08. Oktober 2009

Badesee in der Lausitz
LupeBadesee in der Lausitz

Die Ausbeute steigt

Der Ausbau der erneuerbaren Energien greift in der Lausitz Raum. Die Regionale Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald hat die Energieausbeute der bisher installierten Anlagen in der Region unter die Lupe genommen, um zu prüfen, wie sie mit der Ressource Fläche sorgsamer umgehen kann.

Die Planungsregion Lausitz-Spreewald umfasst rund 7179 Quadratkilometer Fläche, verteilt auf die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße sowie die Stadt Cottbus. 1,3 Prozent oder 94,64 Quadratkilometer davon gelten als Eignungsgebiete für Windkraftanlagen. Daneben sollen Solarenergie sowie Strom und Wärme aus Biomasse und Biogas dazu beitragen, dass das Land Brandenburg seine Klimaziele erfüllt und 2020 schon 20 Prozent des Primärenergieverbrauchs aus regenerativen Quellen gedeckt werden können. Im Dezember 2008 lag der Anteil nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bei 13,6 Prozent. Der Boom von Windkraft-, Fotovoltaik- und Biomasseanlagen in der Region Lausitz-Spreewald hat dazu beigetragen. Das haben die Regionalplaner nach Auswertung von Einspeise-Daten, die der Übertragungsnetzbetreiber Vattenfall Europe-Transmission (VE-T) laut Gesetz veröffentlichen muss, auch schriftlich. „Für uns ist es sinnvoll zu wissen, was hier erzeugt wird, denn wir müssen gemäß der Brandenburger Energiestrategie 2020 Fläche ausweisen, wollen aber mit der Ressource sorgsam umgehen", sagt Regionalplaner Jens Lochmann und erklärt: „Wir geben jungen Technologien Raum, in denen viel Entwicklungspotenzial steckt. Es kann sein, dass in wenigen Jahren auf gleicher Fläche viel, viel mehr Energie erzeugt werden kann. Das müssen wir berücksichtigen."

Lochmann hat Tausende von VE-T-Daten durchforstet und den Landkreisen der Planungsregion und der Stadt Cottbus zugeordnet. Demnach wurden hier 2007 rund 1,28 Terawattstunden (TWh) Strom aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Biogas erzeugt. 2008 waren es 1,538 TWh. Damit ließen sich - rein rechnerisch - rund 439 000 Haushalte versorgen, pro Haushalt ein Jahresstrombedarf von 3500 Kilowattstunden (kWh) vorausgesetzt.

Der Regionalplaner hat unter anderem auch die erzeugte Strommenge der ältesten Windkraftanlage der Region auf der Bärenbrücker Höhe mit einer wesentlich neueren Anlage in Watowainz (beide Spree-Neiße) verglichen. Demnach produzierte die alte 500-Megawatt-Anlage im Jahr 2008 etwa 792 000 kWh Strom (2007: 875 000 kWh). „Rein rechnerisch ließen sich damit etwa 250 Haushalte versorgen", so Lochmann. Die Zwei-Megawatt-Anlage in Watowainz erzeugte rund 3 908 000 kWh. (2007: 4 229 000 kWh). Die reichten für etwa 1100 Haushalte. Allerdings würden diese öfters im Dunkeln sitzen, würden sie nur auf Windkraft setzen, sagt Lochmann. Denn das Jahr hat 8760 Stunden - die beiden Anlagen indes kamen 2008 auf 1580 und 1955 Volllaststunden, 2007 waren es 1750 und 2115 Volllaststunden.

„Nach den Windkraftanlagen der Region sind im Bereich der erneuerbaren Energien die Biomassekraftwerke einschließlich Biogasanlagen die stärksten Stromerzeuger", berichtet Lochmann. Rund 362 Millionen kWh Strom haben sie Lochmanns Recherchen zufolge 2008 erzeugt - knapp doppelt so viel wie 2007.

„Die Nachfrage nach Flächen steigt. Biomasseproduzenten fragen ebenso nach wie Forstwirte, die für Holzhackschnitzel sorgen wollen, und immer wieder Betreiber von Windparks und Solarkraftwerken", sagt er. Das Land strebe eine stärkere regionalplanerische Steuerung an. Nach Windeignungsgebieten sollen die Regionalplaner nun auch Vorbehaltsflächen für Fotovoltaik-Freiflächenanlagen ausweisen.

Von Beate Möschl

Quelle: lr-online.de